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  • Karin König

Solltest du unter einem Pseudonym schreiben?



Es war nie einfacher, anonym zu sein. Dank Social Media kannst du heutzutage sogar berühmt werden, ohne das irgendjemand der 100.000 Follower auf TikTok überhaupt deinen richtigen Namen kennt. In der Buchbranche ist es schon lange üblich, Bücher unter Pseudonymen zu veröffentlichen. Manche Autor:innen tun das mit einem offenen Pseudonym, sie machen also kenntlich, dass sie unter einem anderen Namen schreiben und haben z.B. eine Autorenvita mit ihrem richtigen Namen. Andere schreiben in einem geschlossenen Pseudonym, also völlig anonym. Aber wieso entscheiden sich einige Autor:innen dafür und solltest du es auch tun?


1. Du willst Berufliches von Privatem trennen

Vielleicht möchtest du vermeiden, dass die Nachbarn beim Kaffeeklatsch über deinen Roman reden oder dass dein Partner beim Einkaufen darauf angesprochen wird. Dann kann es sinnvoll sein, für die Veröffentlichung ein Pseudonym zu verwenden. Manchen Autor:innen ist es außerdem wichtig, in ihrem Brotjob geheim zu halten, was sie schreiben, weil sie befürchten müssen, es würde ihrem Ruf schaden (z.B. ein Grundschullehrer, der Erotika schreibt).


2. Du willst in mehr als einem Genre veröffentlichen

Gerade für Autor:innen, die in mehr als einem Gerne veröffentlichen, kann es Sinn machen, sich für jedes Genre ein Pseudonym zuzulegen. So sind die Lesenden weniger verwirrt, wenn ihre liebste Romcom-Autorin auf einmal blutige Thriller veröffentlicht. Wenn du aus diesem Grund ein Pseudonym wählen willst, dann achte am besten darauf, dass dein gewählter Name gut zum entsprechenden Genre passt.


3. Du strebst eine internationalen Karriere an

Wer ein Auge auf den internationalen Buchmarkt geworfen hat, dem könnte es helfen, sich einen Namen zuzulegen, der auf mehreren Sprachen gut klingt. Oder einfach direkt einen englischen Namen verwenden. So wirkt man auch auf deutsche Leser:innen wie ein:e Autor:in von Welt.


4. Dir gefällt dein Name nicht

Du möchtest, dass deine Fans mit deinem Namen etwas verbinden und ihn überall wiedererkennen, aber dein richtiger Name gefällt dir nicht, weil er zu lang, zu umständlich oder einfach (aus deiner Sicht) nicht ästhetisch ist? Dann ist das die Gelegenheit, sich mithilfe eines Pseudonyms einen neuen Namen zu verpassen.


5. In deinem Genre schreiben hauptsächlich Männer/Frauen

Obwohl es natürlich keine geschlechterspezifischen Genres gibt, herrschen immer noch Vorurteile in den Köpfen mancher Lesenden. Deshalb kann es sein, dass ein Mann es im Romance-Genre schwerer hat und sich der Thriller einer Frau schlechter verkauft. Auch wenn es hier natürlich besser wäre, langfristig gegen Vorurteile zu kämpfen, entscheiden sich viele Schreibende für einen Namen, der den Anschein erweckt, sie hätten ein anderes Geschlecht (J.K. Rowling ist eins der bekanntesten Beispiele).


Mögliche Nachteile eines Pseudonyms

Wenn du deinen Namen versteckt hälst, stehen dir nicht alle Marketingoptionen zu Verfügung. Jemand mit geschlossenem Pseudonym kann z.B. keine Lesung geben, ohne seine Anonymität zu gefährden und auch mit Auftritten in der Presse gibt es Schwierigkeiten. Außerdem musst du vorher genau prüfen, ob das von dir gewählte Pseudonym nicht bereits vergeben ist oder ob es in der Vergangenheit echte Menschen dieses Namens gab, mit denen du lieber nicht in Verbindung gebracht werden willst.


Schreibt ihr unter einem Pseudonym? Warum, oder warum nicht?


Quellen:

https://tredition.com/pseudonym/

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