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  • Karin König

Nachhaltig lesen: Sind E-Reader automatisch besser für die Umwelt?


Kind liest im Garten

Weniger Autofahren, keine Flugreisen, Müll trennen, vegetarisch leben: Es gibt eine ganze Reihe an Maßnahmen, die jede:r von uns im Alltag umsetzen kann, um etwas gegen die Klimakrise zu tun. Aber bei mir zuhause gab es lange einen Bereich, an dem ich keinen Gedanken an Umweltschutz verschwendet habe: Mein Bücherregal.


Dabei hat ein ganz normales Taschenbuch einen nicht unerheblichen CO²-Fußabdruck. Von den Bäumen, die für das Papier gefällt werden müssen, über die Chemikalien fürs Drucken bis hin zu den langen Transportwegen in die Buchhandlung belastet die Herstellung die Umwelt. Wie der BR berichtet, müssen nach Schätzungen des Umweltinstituts München für eine Million Kopien eines durchschnittlichen Buches über 12.000 Bäume gefällt werden. Und dem Deutschlandfunk zufolge wurden 2021 in Deutschland 273 Millionen Bücher verkauft. Das ist eine ganze Menge Holz.


Heißt das, wir sollten jetzt alle aufhören, zu lesen? Auf keinen Fall! Schließlich kann auch Lesen dazu beitragen, unser Bewusstsein für unsere Umwelt zu schärfen. Und es macht einfach verdammt viel Spaß. Aber vielleicht sollten wir ein bisschen sorgfältiger über unser Konsumverhalten im Bezug auf Bücher nachdenken. Was können wir als Lesende also tun, um beim Schmökern die Umwelt zu schonen?


  1. E-Book-Reader verwenden?

Es ist auf den ersten Blick der naheliegenste Vorschlag. Wer auf einem E-Reader liest, für den wird kein Buch gedruckt. Damit werden Papier, Wasser und weiteren Ressourcen geschont und auf einen weiten Transportweg kann auch verzichtet werden. Aber ist der E-Reader wirklich umweltfreundlicher als das Taschenbuch?


Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein E-Reader verbraucht viele Ressourcen bei der Produktion, enthält meist seltene Metalle und wird im Ausland, oft in China hergestellt. Bis er es in die Hände eines Lesenden schafft, hat er damit auch einen ordentlichen Fußabdruck gesammelt. Dazu kommt, dass er regelmäßig aufgeladen und am Ende seines Lebens fachgerecht entsorgt werden muss, um die Umwelt nicht weiter zu belasten.


Ob ein E-Reader wirklich umweltfreundlicher ist als ein gedrucktes Buch hängt am Ende vor allem davon ab, wie er genutzt wird. Für Menschen, die viel lesen und ihr Gerät lange nutzen, kann die Öko-Bilanz tatsächlich besser ausfallen. Wer gelegentlich abends vor dem Einschlafen liest, ist Expert:innen zufolge besser mit einem gedruckten Buch beraten.


2. Auf nachhaltigere Methoden setzen

Es gibt jetzt schon Verlage, die hauptsächlich mit Recyclingpapier oder anderen Papieralternativen drucken, die auf kurze Produktionswege oder umweltfreundliche Druckertinte achten. Andere nutzen die Print-on-demand-Methode, um sicherzustellen, dass sie nur so viele Bücher drucken, wie auch tatsächlich gelesen werden. Es kann sich also lohnen, vor dem Buchkauf ein bisschen zu recherchieren, wo ihr die grünste Wahl trefft.


3. Bücher Second-Hand kaufen

Ähnlich wie bei Kleidungsstücken sind Bücher, die aus zweiter Hand gekauft sind, umweltfreundlicher als neue Exemplare. Schließlich musste hier nicht neu gedruckt werden und ein Buch wird im schlimmsten Fall vor der Papiertonne gerettet. Weniger neu anfallende Emissionen und weniger Müll: wer Second-Hand kauft, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe


4. Bibliotheken nutzen

Aber wer sagt eigentlich, dass wir alle Bücher, die wir lesen wollen, selbst besitzen müssen? Büchereien und Bibliotheken ermöglichen uns Zugang zu einer Vielzahl von Büchern, die wir nach abgeschlossener Lektüre wieder zurückbringen können. Das gibt vielen Menschen die Möglichkeit, dieselbe Ausgabe eines Buchs zu lesen und schont damit Ressourcen. Dazu ist ein Bibliotheksausweis für die einzelnen Leser:innen oft günstiger als regelmäßige Besuche in der Buchhandlung. Oder wir machen unser Umfeld selbst zur Bücherei und tauschen Bücher mit Freunden und Verwandten.


Habt ihr noch weitere Tipps, wie wir beim Lesen auf die Umwelt achten können?


Quellen:





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